Personalisiertes Lernen und Lehren in Anlehnung an den Marchtaler Plan

Was ist der Marchtaler Plan

Der Marchtaler Plan ist der Erziehungs- und Bildungsplan für die katholischen Freien Grund- und Hauptschulen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Da der Marchtaler Plan vorwiegend an der Kirchlichen Akademie der Lehrerfortbildung Obermarchtal entwickelt wurde, erhielt er diesen

Namen.

Intention des Marchtaler Planes ist es neben der Vermittlung von Bildung und Wissen die ganzheitliche und soziale Erziehung, die die körperlichen und geistigen Anlagen der Schülerinnen und Schüler entfaltet und optimal fördert, und die sittlich religiöse Erziehung.

Der Marchtaler Plan in seiner ursprünglichen Form stellt eine in sich geschlossene durchgängige

Konzeption von Erziehung und Bildung von Klasse 1 der Grundschule bis Klasse 9 der Hauptschule dar.
Vier Strukturelemente sind es, die diesen Plan prägen:
Morgenkreis, Freie Stillarbeit, Vernetzter Unterricht, Fachunterricht

Morgenkreis

Der Morgenkreis eröffnet jeden Montag in der 1. Stunde die Schulwoche. Es geht hier nicht um Wissensvermittlung, sondern um ein Ankommen, um ein positives Miteinander, um das Schaffen einer förderlichen Atmosphäre, die die Gestaltung und Willenskraft jedes einzelnen Kindes anregt.

Die äußere Form stellt ein Sesselkreis mit einer schön gestalteten Mitte (Klassenkerze, Perlen, Tücher, Bilder, Naturmaterialien, Eglifiguren,…)  dar. Hier sollen die Kinder erst einmal vom Wochenende abgeholt werden und durch folgende Übungen und Themenstellungen ihre Mitte finden.

Gemeinsames Beten, Singen, Spielen

Hören und Sehen lernen

Sinnesschulung: Tastspiele z. B. den Wald riechen, tasten, schmecken, fühlen,…

Stilleübungen

Fantasiereisen, Entspannungstechniken einüben, Massagekreise, Atemübungen, ...

Möglichkeiten der Selbstdarstellung und Persönlichkeitsentfaltung

Ich über mich, Meine Stärken – meine Schwächen, Darauf bin ich stolz, Das kann ich gut,

Umgang mit den eigenen Gefühlen, Gefühle darstellen und erkennen, Gefühle äußern,

Umgang mit Angst und Aggressionen

Gemeinschaftsgefühl

Beziehung unter den Schülern, Beziehung zum Lehrer abseits von Leistung und Lernen

Freie Arbeit

Die Freiarbeit findet an mehreren Tagen der Woche über einen Zeitraum von 2 oder mehreren Stunden pro Tag statt.

Immer gibt ein Plan (Wochen- oder Tagesplan) die Arbeiten vor, die der Schüler zu erledigen hat. Es gibt dabei Pflicht- und Wahlaufgaben. Dafür wird die Umgebung in der Klasse vorbereitet und Materialien und Arbeitsunterlagen zur freien Entnahme aufgelegt. Sie beinhalten Aufgabenstellungen, Übungen und Lernspiele zur Übung, Wiederholung, Festigung oder Vertiefung von Gelerntem zu verschiedenen Fächern. In der Freiarbeit können auch neue Inhalte erschlossen werden. Kinder führen in der freien Arbeit zum Beispiel physikalische Versuche durch, halten die Ergebnisse fest und ziehen Schlüsse daraus.

Aus dem Plan dürfen die Schüler auswählen, welche Arbeiten sie wann und wo machen wollen. So können sie in ihrem Arbeitstempo arbeiten, müssen aber auch überlegen, wie sie ihre Zeit einteilen. Es ist nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht, dass die Kinder sich gegenseitig Hilfestellungen geben. Manche Aufgaben sind auch in Partnerarbeit oder in Gruppen vorgesehen.

Das Motto ist nicht "frei von ... ", sondern "FREI ZU …“.

Im Rahmen der Freiarbeit können auch Themen-Portfolios von den Kindern individuell bearbeitet werden.

Freiarbeit zum Thema Herbst

Arbeit an einer Portfoliomappe zum Thema "Wiese"

Experimentieren und Hantieren mit Körpern in der Freiarbeit